« Vorheriger Artikel: Wertvolle Begegnungen – inspirierende Impulse 
19.10.2019 07:56 Alter: 49 days
Kategorie: Gemeinden
Von: Annette Bück

Was haben Gott und der Gallusmarkt gemeinsam?

Ökumenischer Gottesdienst für Gallmärtsdäppeler in der Stadtkirche


Foto von links: Pfr. Hampel, Pastor Zymna, Martina Philipp, Pfr. Wunderle, Ulrike Sgodda-Theiß mit Chor

Was man mit dem Grünberger Gallusmarkt vor allem verbindet, hängt bestimmt vom Alter ab, in dem man ihm zum ersten Mal begegnet ist. Das Kinderkarussell, die Bobbekist, der Laternenumzug oder die Diskonacht und der Bockbierabend? Vielleicht aber auch die Tierschau, der Krämermarkt und der Kneipenrundgang. Für Björn Zymna, Pastor der Ev. Stadtmission Grünberg, entstand der erste Eindruck aus dem Bericht seines Vorgängers vor acht Jahren. Dieser erzählte unter anderem von dem Brauch des Bürstens im Rahmen des Frühschoppens. Nachdem Zymna zunächst eine hygienische Maßnahme für die Grimmicher vermutet hatte, wurde ihm bald klar, dass es sich um ein Aufnahmeritual für verdiente Zugezogene handelt und die Frage, ob Gott so ähnlich handelt und zu den Menschen „Ich nemm dich uff!“ sagt, stand im Mittelpunkt des Ökumenischen Gottesdienstes am ersten Gallusmarktsonntag in der Stadtkirche. Was Ökumene in Grünberg bedeutet, erläutert Zymna ebenfalls eingangs: eine Zusammenarbeit der katholischen Kirchengemeinde, vertreten durch Pfarrer Clemens Wunderle, der evangelischen Kirchengemeinde (Pfarrer Eberhard Hampel), der Selbständig Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), aufgrund der Vakanz der Predigerstelle vertreten durch Martina Philipp und eben der Öffnet externen Link in neuem FensterEv. Stadtmission. Auch im Chor, der den Gottesdienst unter der Leitung von Ulrike Sgodda-Theiß mitgestaltete, spiegelte sich die ökumenische Vielfalt wieder.

In seiner Predigt stellte der katholische Pfarrer Wunderle zunächst eindrücklich dar, wie wichtig es für Menschen ist, zu einer Gemeinschaft zu gehören und wie kleine Zeichen oder Symbole dies bestätigen können. Als Gegenpart zur Grimmicher Bürste hatte er einen großen Schlüssel dabei, im neuen Testament das Symbol dafür, dass Gott den Menschen Türen öffnet und sie willkommen heißt. So weit auseinander liege diese himmlische Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl, das sich am Gallusmarkt ausdrückt, nicht, so Wunderle und in beiden Fällen sei es nötig, das Angebot auch anzunehmen. Wenn der Schlüssel im biblischen Sinne zur „Waffe“ der Christen werde, wenn Freundlichkeit, Vergebung, Dank und Offenheit die Begegnungen prägen, dann können sie zur Heimat werden. Und so, wie ein Grünberger seine Heimat auch nach außen hin vertritt, tue dies auch ein Kind Gottes, so Wunderle weiter. Zum Abschluss hob er hervor, dass es wichtig sei, auf das Angebot zu antworten, in Grünberg vielleicht mit: „Gott, ich nemm dich aach uff!“

Ein Solo von Arndt Roswag („You´ll never walk alone“), ökumenische Fürbitten, ein gesungener Segenswunsch und schließlich die Begegnungsmöglichkeiten im Anschluss gehörten ebenfalls zum ökumenischen Gottesdienst für Gallmärtsdäppeler.